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Egoist müsste man sein, dann würde man sich einfach nehmen was man will. Für den Fall, dass einer die Erwartungen, die ich an ihn habe nicht erfüllt, pfeif drauf, soll er mich doch gerne haben. Hand aufs Herz, wer hat solche Sprüche in seinem täglichen Umfeld noch nicht gehört? Oder vielleicht sogar so etwas Ähnliches gedacht. Aber ist etwas, was sich so einfach und logisch anhört, wirklich die Wahrheit? Ist es so einfach die Sache in schwarz und weiß aufzuteilen? Auf der einen Seite sind die, die sich alles nehmen und andere nur benutzen, auf der anderen Seite diejenigen, die ausgenutzt werden. Ist es in Wahrheit nicht so, dass diese Egoisten ihr scheinbar so unverschämt maßloses Spiel nur treiben können, weil es eben so viele Menschen gibt, die dieses, warum auch immer mit sich machen lassen. Ganz Ketzerisch gesehen, könnte man sagen: ohne Opfer keine Täter.
Oder aber wird nicht allzu häufig Egoismus mit Durchsetzungsvermögen verwechselt! Die Tatsache das jemand gelernt hat seine Bedürfnisse oder Ziele durchzusetzen bedeutet ja nicht zwangsläufig das er egoistisch ist , vielmehr beweist es, dass er sich selbst Ernst nimmt und an sich und seine Ziele glaubt. Er richtet seine Energie gezielt auf das Erreichen seiner Vorhaben oder Bedürfnisse. Solange dieses nicht rücksichtslos oder ausschließlich auf Kosten anderer geschieht, kann man dieses Verhalten wohl nicht als Egoismus bezeichnen, sondern eher als, nennen wir es einmal ganz konservativ ausgedrückt zielstrebig.
Was aber können“ Opfer“ nun tun, vor allem warum werden sie zu“ Opfern“ Sind diese so genannten Opfer genetisch konditioniert, oder haben sie einfach nicht gelernt ihre eigenen Bedürfnisse einzufordern und gegebenenfalls auch durchzusetzen? In der Gesamtheit betrachtet vermag wohl niemand zu sagen, was die Ursache ist. Dass ein gesundes Selbstbewusstsein mit der dazu gehörigen Portion Selbstliebe, ein durchaus geeigneter
Schutz gegen egoistisches Verhalten ist, dürfte wohl niemand anzweifeln.
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